Glorvigen Trio

„DIE KUNST DER FUGE“ UND DER TANGO

Johann Sebastian Bach schrieb mit der „Kunst der Fuge“ eine der rätselhaftesten Kompositionen, die Musikern zur Interpretation und Gestaltung zur Verfügung stehen.
Die Suche nach Gemeinsamkeiten mit dem Tango erscheint auf den ersten Blick absurd, doch gibt es mehr Berührungspunkte als zu vermuten sind.
Das Bandoneon, ursprünglich als Ersatz für die Kirchenorgel gebaut, gibt der Adaption einiger drei – und vierstimmiger Kontrapunkte eine geeignete klangliche Basis.
Das Atmen, zu dem das Bandoneon – bedingt durch seine Art der Tonerzeugung und der äusserst unlogischen Verteilung der Noten in rechter und linker Hand – gezwungen ist ermöglicht wiederum eine Phrasierung, die der eines Streichinstruments ebenbürtig ist.
So bietet die Besetzung des Trios mit (Barock-)Violine und Kontrabass aussergewöhnliche Klangfarben, die es manchmal wie ein Ensemble von Gamben und manchmal wie eine Orgel klingen lassen.
Die Nähe zum Tango ist nicht nur durch die Instrumente bedingt.
Gemeinsamkeiten zwischen der Musik aus Bachs Zeit und den Tangos, sowohl älterer Kompositionen aus den Anfängen des Tango in Argentinien bis hin zur Musik von Astor Piazzolla und Komponisten der Gegenwart, gibt es viele:
Die Tango-Musiker, vor allem die Bandoneonisten, haben sich durch alle Epochen des Tango intensiv mit der Musik JS Bachs beschäftigt.
Und: Der Tango (obwohl eine Verallgemeinerung der Vielfalt der unter diesem Begriff zusammengefassten Musik nicht gerecht werden kann…) bedient sich eines harmonischen Vokabulars, das genau so bei Bach und seinen Zeitgenossen anzutreffen ist.
Im aktuellen Programm geht das Glorvigen Trio mit den Zuhörern auf eine spannende Reise, welche die ausgewählten Kontrapunkte der Kunst der Fuge mit Tangos verschiedener Epochen zu einer unerwarteten Einheit verwebt.
Wo die Reise hinführt…..?
Mini-cover_Glorvigen-Trio

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